Teilnehmerbericht über den Sicherheitslehrgang Seekajak/EPP-2 in Sande vom 11.07.2020-12.07.2020

EPP 2 Ich war dabei!

Eine spannende Angelegenheit, was wird auf mich zukommen? Wie wird die Kameradschaft? Und besonders;- welchen Einfluss werden die Corona-Maßnahmen auf die gesamte Veranstaltung haben? Diese und mehrere Fragen stellte ich mir, kurz bevor ich meine Fahrt zum KSV Sande antrat.

Bezüglich der Inhalte des Lehrgangs, hatte ich eher weniger Fragen, da wir vorab per Email von einem unserer Coaches (Marc Huse) umfangreich informiert wurden. Die Veranstaltung begann vorab mit der Bekanntgabe der Corona-Verhaltensregeln. Hierzu wurden alle Punkte der aufgestellten angesprochen. Anschließend wurde uns die Ausstattung bzw. theoretisches Wissen zur Ausstattung des Paddlers und des Kajaks vermittelt. Ebenfalls bekamen wir auch noch einen Überblick über mögliches Sicherheitsequipment. Dann ging es ab aufs Wasser, wo wir vorerst mit den grundlegenden Paddelschlägen begannen. Diese wurden uns gezeigt und anschließend übten wir alle gezeigten Paddelschläge durch. Dann wurde es spannend, wir fuhren zum Bontekai. Dort wurden uns die verschiedenen Rettungs- und Einstiegsmethoden sowie deren Vor- & Nachteile gezeigt.

Dann ging es los, …. Umsetzen der in der Theorie gelernten Einstiegsmethoden. Trainiert wurde sowohl das Retten, als auch das Selbst gerettet werden. Dieser Part, so denke ich, kostete jeden Teilnehmer ein bisschen Überwindung. Dennoch hat jeder Teilnehmer mit Elan mitgemacht und dies war durch ein Lächeln in den Gesichtern deutlich zu erkennen. Der Rückweg zum Vereinsheim des KSV Sande war geprägt von guter Stimmung und Laune. Angekommen im Vereinshaus, besprachen wir den Ablauf und die Route der Prüfungsfahrt auf der Nordsee.  Anzumerken ist hier besonders, dass uns umfangreiches Kartenmaterial zur Verfügung an die Hand gegeben wurde, so dass jeder wusste, wo es lang ging und was uns bezüglich der Tide sowie der Witterung, erwarten würde.

Am Sonntag ging es dann morgens los. Aufrödeln und ab nach Wilhelmshaven zum Nassauhafen. Wir befuhren den Jadebusen in Richtung Schleuse Rüstersiel/ Made. Die Fahrt war geprägt von wunderschönen Eindrücken und wo man auch hinschaute, konnte man irgendwie nicht genug von bekommen. Die Wetterverhältnisse waren sehr gut, sodass wir diese Prüfungsfahrt eher gelassen durchführen konnten. Letztendlich, so denke ich, war jeder bereit für den Fall der Fälle, die erlernten Rettungsmaßnahmen sofort anzuwenden. An der Schleuse Rüstersiel machten wir eine Pause und warteten dann dort auf den Tidenkipp. Die Pause war unter anderem geprägt von diversen interessanten Gesprächen über die Sparte Seekajak und hin und wieder wurden einige Thematiken des Lehrgangs sowie des EPP 3 angesprochen. Als die Tide dann kippte, paddelten wir zurück zum Nassauhaufen. Wir legten insgesamt eine Strecke von circa 18 Kilometer zurück. Es ist anzumerken, dass die Ausbildungsleitung, die Ausbildungsabschnitte Bontekai und Nordsee, bei der Wasserschutzpolizei ordnungsgemäß angemeldet waren. 

Fazit:

Der durchgeführte EPP 2 des Kanu-Verband NRW e. V. beim KSV Sande war in meinen Augen eine sehr wertvolle Erfahrung. Eine Erfahrung, die nicht nur Spaß machte, sondern eine Erfahrung, die Leben retten kann. Kein Paddler kann sich davon frei sprechen, dass er niemals in die Lage des "Worst Case" kommen wird. Eine Lage, wo er vielleicht in der Pflicht steht anderen Menschen Leben zu retten, oder gar sein eigenes. Den Spruch von manchen, dass es all die Jahre gut ging und man bräuchte sowas wie einen EPP oder ähnliches nicht, zeugt meines Erachtens von tiefgründiger Unwissenheit gepaart mit einer Portion Egoismus. Es kann jederzeit unerwartet etwas passieren. Ich weiß nicht, wie man es mit seinem Gewissen vereinbaren kann, dass man nicht in der Lage war jemanden zu helfen? Die Türen, je einmal in eine solche Lage zu kommen, sind weit geöffnet. In den verschiedensten Kanu Vereinen bzw. über den DKV werden jährlich genügend EPP´s angeboten. Und wenn es nach mir geht, sollte jeder Verein einen solchen Lehrgang als Aufnahmekriterium einführen. Alte Zöpfe sollten in diesem Fall, da wo es um Menschenleben geht, abgeschnitten werden.

Ich persönlich möchte mich im Kajak-Sport weiterbilden und freue mich schon auf den EPP3 des Kanu-Verband NRW, welcher im September in Norden stattfindet.

Mein Dank und Lob an unsere Ausbilder Dustin Ward, Jörg Grannass und Marc Huse. Auch ein fettes Dankeschön an den KSV Sande, besonders an meinen Kollegen, den Wanderwart Norman Hauptmann

Verfasser: Roman REINDERS (Manolo) Sportwart des WKK-Wilhelmshaven